Die Girls freuen sich über unsere Gesellschaft
Projektbesuch

Yenangyaung-Besuch Februar 2013 – Ein Bericht von Beda Hyacinth Elsässer

Es war wieder einmal ein wunderschönes Erlebnis, als wir (Inge Vincze, Anne Knöpfler und ich) in Yenangyaung von Eric und seinem Personal und anderen bekannten und geliebten Gesichtern nach einem Jahr wieder willkommen geheißen wurden.

Es hat sich seit meinem letzten Besuch nichts Gravierendes verändert. Alle „Guesthouses“ sind fast fertig und sie laden dazu ein, sich dort eine Auszeit zu gönnen.

Unser großes Schulgebäude ist in ein paar Monaten auch vollständig. Es gibt zwar noch ein paar Kleinigkeiten die noch gemacht werden müssen. Türen und Fenster sind eingebaut. Der Computer-Raum mit Mobiliar ist fertig, ebenso der Raum für den Kindergarten. In unserem Jahresbericht 2012 ist eigentlich alles Wesentliche enthalten, für eine Ergänzung ist es im Januar 2013 noch zu früh.

Das Straßenbild Burmas hat sich gegenüber dem letzten Jahr sehr verändert.
Im Gegensatz zum letzten Jahr, als ich zusammen mit meiner Freundin Anne die ältesten Taxis ausgesucht hatte, so dass der Fahrer sich auf ein paar Kyats freuen konnte, hatten wir dieses Jahr keine Chance, so jemanden zu erfreuen. Überwiegend waren gut erhaltene Subarus, Nissans und Toyotas als Taxis im Einsatz. Es gibt auch Privatgesellschaften, z. B. „City Taxi“, die das Geschäft betreiben. Sie sind am „AA“ im Nummernschild zu erkennen.

Alle Taxi-Besitzer konnten ihre alten Fahrzeuge abgeben und sie bekamen vom Staat zwischen 200 und 500 US$ dafür, sowie die Erlaubnis für den Import eines neuen Autos. Ein kleines Auto aus China ist für ca. 10.000 US$ zu haben.

Westliche Touristen waren in großer Zahl unterwegs, besonders US-Amerikaner. Auch solche, die für längere Zeit im Land bleiben wollen, wie z. B. eine Ärztin aus Sedona / Arizona, die wir trafen, war auf dem Weg nach Taunggyi um dort in einem Krankenhaus als Beraterin zu arbeiten. Eine Englisch-Lehrerin aus San Francisco unterrichtet ehemalige politische Gefangene. Missionare der Episkopalkirche reisten in die unruhigen Gebiete bei Myitkyina im Norden Burmas, um dort ihre „Brüder und Schwestern“ zu unterstützen.

Nun noch ein paar Zeilen über unsere Kinder. Wir haben sie in ihren Dörfern besucht und ihnen Geschenke ihrer Patinnen und Paten mitgebracht. Es war jedes Mal eine Freude zu sehen, wie aufgeschlossen und freundlich sie inzwischen geworden sind. Sie haben uns mit traditionellem Teeblattsalat und grünem Tee bewirtet, aber auch mit „Coffee 3 in 1“ der in Burma ganz „in“ ist. Das heißt Kaffee, Milchpulver und Zucker – gewöhnungsbedürftig.

Eine besondere Freude erlebten wir bei kleinen Ma Tet Pone Chit. Sie lächelte überhaupt nicht, schaute nur unbeteiligt ihre Malbücher und Buntstifte an, aber als wir den großen Teddy aus dem Sack herausgeholt hatten war ihre Freude wie Wetterleuchten auf einem dunklen Himmel. Sie konnte sich nicht mehr beruhigen.

Sie freut sich so sehr
Sie freut sich so sehr

Unsere Mi Mi San aus dem Bericht des letzten Jahres entwickelt sich zu einem zarten, hübschen Mädchen.

Alle Kinder, die ich nun seit 8 Jahren kenne, sind jetzt fröhliche, aufmerksame Kinder.

Sie freuen sich alle auf die neue Schule und möchten, nachdem sie dort einen Abschluss erworben haben, ein Studium aufnehmen oder eine Berufsausbildung beginnen. Sie wollen alle eine gute Arbeit bekommen. Das eine oder andere Kind hat den Wunsch geäußert, seine Sponsoren in Deutschland zu besuchen. Ein kleiner Junge möchte seine „Uncle and Aunty“ wenn sie einmal alt sind unterstützen, so wie sie es jetzt für ihn tun.

Die Girls freuen sich über unsere Gesellschaft
Die Girls freuen sich über unsere Gesellschaft

Zu unserem Sonntags-Treff am 20. Januar kamen auch Besucher aus Deutschland und der Schweiz. Sie waren von den chic angezogenen Kindern, die sich alle für diesen Anlass hübsch gemacht hatten, beeindruckt. Die Jungs genossen es, mit John aus der Schweiz Fussball zu spielen. Und so ging wieder einmal ein „Yenangyaung-Sonntag“ zu Ende.

Mg Khaing Chin ist müde und lässt sich von John tragen
Mg Khaing Chin ist müde und lässt sich von John tragen

Als wir uns von den Kindern verabschiedeten hatten wir alle das gute Gefühl, dass unsere Bemühungen Wurzeln geschlagen haben und dass man die Schönheit der zu erwartenden Blüten bereits erahnen kann.

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Beda Hyacinth Elsässer
09. Februar 2013